Liebe und zweite Heimat in Burg gefunden

Burg | Ragun, 1. Februar 1936: Ein kleiner Junge wird in Ragun bei Bitterfeld in die Arme seiner Mutter gegeben. Sein Name: Harry Eichler. Heute, 90 Jahre später, sitzt dieser Harry vor einem Glas Sekt und berichtet von seinem bewegten Leben. Ihm zur Seite sitzen seine Stieftochter und der Stiefenkel, sowie seine liebste Nachbarin Heike. Sie alle kennen ihren Harry, für den das Turnen in den 1950er Jahren das A und O war. Ob Kreismeisterschaften oder als Teil der Choreographie der Weltfestspiele in Berlin. Harry liebte das Turnen und gab diese Leidenschaft als Trainer weiter.

In der Schule war er ein mittelmäßiger Schüler mit Lausbubencharakter, wie er rückblickend zugibt. Dafür aber jemand, dem es die Farbe angetan hatte. Mit 14 Jahren begann er seine Ausbildung als Maler. Diesem Beruf blieb er bis zu seinem Vorruhestand im Jahr 1991 treu. Den Pinsel aber legte er nie aus der Hand, nur die Größe änderte sich. Nicht immer, denn neben den Leinwänden für seine Ölbilder durfte er auch einmal eine Wand von zehn Metern mal sechs Metern mit einem seiner Werke versehen.

Malen ist auch heute, mit 90 Jahren, noch seine liebste Beschäftigung. Seine Wohnung, eine einzige Galerie aus Urlaubsträumen und Waldromantik. Den Wald kann er dabei getrost sein zweites Zuhause nennen, denn mit seiner zweiten Frau Anita war er viele Jahre jeden Sonntag im Wald spazieren. Egal ob um die Ecke oder im weitläufigen Harz. Inklusive Baumumarmungen. Die hat er von seiner Frau, einer Forstfacharbeiterin, schätzen gelernt.

Als er 1999 mit seiner Frau Anita, geborene Rettig, nach Burg kam, fand er auch zum Sport zurück. Doch statt Reck und Barren waren es die Hanteln und Gewichte, die ihn jahrelang fit hielten. Und die strikte Abstinenz vom Tabak. „Ich habe in meinem Leben nie geraucht“, erzählt er stolz. Dabei will er es jetzt auch belassen.

Dass er auch Schicksalsschläge erfahren musste, das lässt Harry Eichler gerne aus. Deshalb ist die Erwähnung des frühen Ablebens seiner ersten Frau nur einen Nebensatz wert. Immerhin zwei Mädchen und einen Sohn hatten die beiden zusammen. 1988 kam Anita in sein Leben und mit ihr, neue Liebe und neue Freuden, die Harry Eichler noch heute freudig in Erinnerungen und Bildern an schöne Reisen von Kanada bis Sri Lanka lebendig hält.

 

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